Aachen-Kostroma –

Verein zur Förderung der Partnerschaft und Freundschaft e.V.

Die elftägige Mitgliederreise im August 2019 begann mit einem Umweg. Wir flogen zunächst von Düsseldorf nach Jekaterinburg im Ural, an der Grenze von Europa und Asien. Hier verbrachten wir drei Nächte in einem komfortablen Hotel und hatten gut zwei  lange Tage Zeit, unter sachkundiger Führung einige Sehenswürdigkeiten zu erleben:  Die „Kirche auf dem Blut“ an der Stelle, wo die Zarenfamilie ermordet wurde, die neue Klosteranlage im Wald, in dem die Familie verscharrt worden war, und die „Grenze“ zwischen Asien und Europa, hier gab es ein Glas Sekt. Auch das moderne Jelzin- Zentrum stand auf dem Programm. Boris Jelzin hat lange in Jekaterinburg (damals Swerdlowsk) gelebt. Außerdem besuchten wir ein Edelsteinmuseum mit Exponaten aus der Umgebung, das ungewöhnliche Museum für Gusseisenprodukte und den modernen Panoramaturm mit Blick über die Stadt, die sich für die Fußball-WM 2018 mächtig herausgeputzt hatte. Spaziergänge in der Fußgängerzone und zum kleinen Künstlermarkt rundeten das Bild dieser vielseitigen Großstadt ab.
Wir verließen die Stadt mit dem Zug und befuhren über Nacht einen Abschnitt der Transsibirischen Eisenbahn. Beim Blick aus dem Fenster konnte man sich einen Eindruck vom ländlichen Russland und der sprichwörtlichen Weite des Landes verschaffen.  
Am nächsten Mittag kamen wir in Jaroslawl an, einer sehr attraktiven Stadt an der Wolga, die zum „Goldenen Ring“ um Moskau gehört. Hier gab es ein Mittagessen und eine professionelle Stadtführung.
Im Kleinbus fuhren wir weiter nach Kostroma, wo wir am Abend ankamen und herzlich empfangen wurden. Die folgenden sechs  Nächte logierten wir im sehr gepflegten und zentral gelegenen Hotel Ostrowski.  Der nächste Tag begann mit einem Empfang im Rathaus und einem Rundgang zu den Sehenswürdigkeiten der Innenstadt von Kostroma. Nach dem Besuch der  Ipathios- Klosteranlage sahen wir noch das Freilichtmuseum mit typischen Holzhäusern aus der Umgebung.  
Der Zeitpunkt unseres Besuches in Kostroma war bestimmt durch das einwöchige Stadtfest zum 867- jährigen Bestehen der Stadt. Hierzu war während der gesamten Zeit eine Art Jahrmarkt aufgebaut und es gab zahlreiche Veranstaltungen verschiedenster Art in der ganzen Stadt. Wir sahen einen Umzug, bei dem sich Vertreter von Vereinen und Unternehmen der Stadt in bunten Kostümen präsentierten und der uns an Karneval erinnerte. Auf einer Freilichtbühne auf dem zentralen Susanin- Platz wurde überwiegend von Kindern in einer bunten Show das Leben in Kostroma vorgestellt.
Am selben Ort gab es Tage später eine opulente Aufführung von Glinkas Oper, die die Rettung des Zaren durch Kostromas Volkshelden Iwan Susanin zum Thema hatte. Bei beiden Veranstaltungen waren für uns als Ehrengäste Plätze in den vordersten Reihen reserviert. Als es zu regnen drohte, wurden wir mit Regencapes versorgt, aber der Dirigent schaffte es, die Aufführung genau vor dem Wolkenbruch zu Ende zu bringen. Auch für das gigantische Feuerwerk über der Wolga waren Logenplätze für uns reserviert und der Bürgermeister beehrte uns mit seinem Besuch.    
Bei einem weiteren Empfang im Rathaus waren auch Gäste von Partnerstädten in China und Polen dabei. Ein Höhepunkt war dann unser Besuch in der Schule Nr. 3, in der Deutsch als erste Fremdsprache unterrichtet wird. Anlässlich der Enthüllung der von Herrn Janssen gestifteten Kaiser- Karl- Statue (s. Zeitungsartikel aus der Aachener Zeitung – Mitgliederreise-2019-AZ-18.9.19) durch den Bürgermeister wurde hier für uns  mit einfachen Mitteln aber sehr eindrucksvoll ein Puppenspiel in deutscher Sprache aufgeführt.
Wir besuchten außerdem das Militärmuseum, eine Schmuckfabrik, eine Elchfarm und ein kunsthandwerkliches Museum und unternahmen eine Dampferfahrt auf der Wolga, so dass wir einen wirklich umfassenden Eindruck von der Stadt und ihrem Leben bekamen. Obwohl das Programm sehr dicht war, gab es immer wieder Gelegenheit für private Spaziergänge, Begegnungen mit alten Bekannten und zum Anknüpfen neuer Kontakte.
Bürgermeister Schurin sowie der für den Austausch auf russischer Seite zuständige Herr Reich, aber auch die Deutsch sprechenden Damen, die als Stadtführerinnen und Dolmetscherinnen mitwirkten, haben maßgeblich dazu beigetragen, dass uns der Aufenthalt mit vielen interessanten Aspekten und einer herzlichen Atmosphäre in positiver Erinnerung bleiben wird. So fiel uns der Abschied schwer, als wir mit dem Kleinbus nach Moskau aufbrachen.
Die etwa fünfstündige Fahrt wurde noch durch ein letztes Highlight unterbrochen. Die Besichtigung der  Dreifaltigkeits- Sergios- Klosteranlage in Sergiew  Posad bot den Hobbyfotografen zahlreiche farbenfrohe Motive im Sonnenschein, ehe wir den Flughafen erreichten und den Rückflug antraten. Wir können also auf eine wirklich interessante und von verschiedensten Eindrücken geprägte Reise zurückblicken, für deren Gelingen wir den Organisatoren Tatjana Podvetelnikova und Peter Küppers herzlich danken. Horst Müller Fotos von C. Runkel